
Das Ästhetikum ist ein philosophisch-literarisches Hypertext-"Projekt" als eine
Alternative zu rationalistischen Konzepten und Modellen. Mit anderen Worten:
Eine ewige Baustelle. Es ist ein Prozess, der solange kein Ende haben kann,
solange Leben und Denken nicht aufhören.
Wer sich als Kind gerne auf Baustellen herumgetrieben hat, wird am leichtesten
verstehen, wie aufregend und spannend es sein kann, im Unfertigen und im Entstehen
begriffenen herumzustöbern, sich zu verstecken, zu wühlen, zu suchen, Brauchbares
zu entdecken oder die Dinge verfremdet zum eigenen Gebrauch nutzbar zu machen.

Immer wieder spielt auch das Bildhafte in meinem
Schreiben eine Rolle, so dass ich hier und da auch unter dem Titel
Gefilter&Geebnet mit
dem Bildhaften gespielt habe.
Wir wildern im Ungewissen, im Abflußrohr der Zeit, haben uns an das Gurgeln schon
gewöhnt und leben einfach nur auf Pump. Tote Links, Hinweise ins Nirgendwo,
Beliebigkeit ist In. Doch ist auch unsere Unschuld verloren ohne ein Zurück in
ein scholares Denken braver Rationalität in abstrakten Begriffen und Syllogismen.
Wo suchen wir Halt? Hier ein Strohhalm, dort ein Rettungsring.
Das Labyrinth ist zum modischen Symbol unseres Denkens geworden. Ein bißchen trial,
ein bißchen Terror.
Woran mag
Prometheus gedacht haben,
während der Geier ihm Tag für Tag die Leber
zerhackte? Wohin sind ihm die Sinne entschwunden während der Folter,
um den Schmerz nicht zu spüren?
Pantha rhei im verrückten Labyrinth
Im hermeneutischen Zirkel drehen wir uns im Kreis - befinden uns vielleicht in einer
Erkenntnisspirale, wahrscheinlich aber in einem verrückten Labyrinth mit vielen
Seitengängen, die blind sein können, wo sich aber plötzlich auch ein Weg auftun kann,
wo zuvor keiner war. Alles ist in Bewegung, alles kann sich ändern:
die Bedingungen, die Situation, die Konstellation, der Raum, die Zeit,
die Topographie. Worauf ist Verlaß? Auf den glücklichen Instinkt, auf die Spürnase
des Erkennenden oder Irrenden? Was bewegt das verrückte Labyrinth? Die Alpträume eines
vor Schmerzen schier wahnsinnig gewordenen Gottes?
Die Fragmentruinen müssen in einer Archäologie des Maulwurfs zu einer Willensäußerung modelliert werden, zu einem Cogito, das ein Sein aus sich deduzieren kann. Was liegt zwischen Marx und Kafka? Eine ganze Welt? Eine Frau? Eine Milchglasscheibe klärt Fronten. Hinter zerbrochenen Spiegeln erhält der meltaumüdeblick fiebrigen Glanz. Eine Bleistiftspitze vom Zweifel entfernt scheut der Geist. Nur ein Mausklick trennt uns von der Lösung. Ein Gedankensprung bis zur Heimat. Wer könnte Penelope freien ohne Furcht? Der Bogen ist überpannt.
Telos und Logos als Grundpfeiler des Denkens und des gedachten Seins. Was kommt nach den Fußnoten zu Platon? Der große Knall? Der leise Untergang? Eine schleichende Dekadenz von apokalyptischen Ausmaßen? Oder ein neuer Aufbruch unter der Betonplatte der Metaphysik? Die methodische Schrift lenkt uns vielleicht von der gegenwärtigen Verfassung der Menschen ab. Vielleicht gehen wir in die Knie vor den Bildschirmen und studieren ein letztes von den letzten Malen die bunten Schatten. Die Monitore sind mit den Monstern verwandt, die wir gebären, damit sie uns in die Welt werfen können, die die Fiktion geschaffen hat bis zur totalen Wirklichkeit. Wenn alles aus den Nähten platzt, brauchen wir Philosophen mit Niethämmern. Was bliebe übrig nach dem großen Knall? Eine große Bibliothek aus Siliziumplättchen und Compactdisks? -erleuchtet, einsam, unendlich, vollkommen, unbeweglich, unvergesslich, geheim, nutzlos? Laßt uns zaubern, damit wir immer etwas finden, um uns einzureden, daß wir existieren. Wir haben die Magie der digitalen Kunst.
Der Übergang zwischen Leben und Tod erschien mir als Schranke, die nur in unserer Einbildung existierte und die ich als erster durchbrechen würde, um eine Flut von Licht auf unsere dunkle Welt zu lenken. Eine neue Rasse würde mich als ihren Schöpfer und Urheber preisen…(Doktor Frankenstein)