Woran mag Prometheus gedacht
haben, während der Geier ihm Tag
für Tag die Leber zerhackte? Wohin sind ihm die Sinne entschwunden
während der Folter,
um den Schmerz nicht zu spüren?
Pantha rhei im verrückten Labyrinth
Im hermeneutischen Zirkel drehen wir uns im Kreis - befinden uns
vielleicht
in einer Erkenntnisspirale, wahrscheinlich aber in einem
verrückten
Labyrinth mit vielen Seitengängen, die blind sein können, wo
sich aber plötzlich auch ein Weg auftun kann, wo zuvor keiner war.
Alles ist in Bewegung, alles kann sich ändern: die Bedingungen,
die
Situation, die Konstellation, der Raum, die Zeit, die Topographie.
Worauf
ist Verlaß? Auf den glücklichen Instinkt, auf die
Spürnase
des Erkennenden oder Irrenden? Was bewegt das verrückte Labyrinth?
Die Alpträume eines vor Schmerzen schier wahnsinnig gewordenen
Gottes?
Die Fragmentruinen müssen in einer Archäologie des Maulwurfs
zu einer Willensäußerung modelliert werden, zu einem Cogito,
das ein Sein aus sich deduzieren kann. Was liegt zwischen Marx und
Kafka?
Eine ganze Welt? Eine Frau? Eine Milchglasscheibe klärt Fronten.
Hinter
zerbrochenen Spiegeln erhält der meltaumüdeblick fiebrigen
Glanz.
Eine Bleistiftspitze vom Zweifel entfernt scheut der Geist. Nur ein
Mausklick
trennt uns von der Lösung. Ein Gedankensprung bis zur Heimat.
Wer könnte Penelope freien ohne Furcht? Der Bogen ist
überpannt.
Telos und Logos als Grundpfeiler des Denkens und des gedachten Seins.
Was kommt nach den Fußnoten zu Platon? Der große Knall? Der
leise Untergang? Eine schleichende Dekadenz von apokalyptischen
Ausmaßen?
Oder ein neuer Aufbruch unter der Betonplatte der Metaphysik? Die
methodische
Schrift lenkt uns vielleicht von der gegenwärtigen Verfassung der
Menschen ab. Vielleicht gehen wir in die Knie vor den Bildschirmen und
studieren ein letztes von den letzten Malen die bunten Schatten. Die
Monitore
sind mit den Monstern verwandt, die wir gebären, damit sie uns in
die Welt werfen können, die die Fiktion geschaffen hat bis zur
totalen
Wirklichkeit. Wenn alles aus den Nähten platzt, brauchen wir
Philosophen
mit Niethämmern. Was bliebe übrig nach dem großen
Knall?
Eine große Bibliothek aus Siliziumplättchen und
Compactdisks?
-erleuchtet, einsam, unendlich, vollkommen, unbeweglich, unvergesslich,
geheim, nutzlos? Laßt uns zaubern, damit wir immer etwas finden,
um uns einzureden, daß wir existieren. Wir haben die Magie der
digitalen
Kunst.
Lemming, verloren
im Sturmgewoge
der Ideen, hat er eine Aufgabe? Hat er eine Verantwortung? Oder hat er
sich am vergifteten Apfel der Erkenntnis verschluckt wie
Schneewittchen?
Der Übergang zwischen Leben und Tod erschien mir
als Schranke,
die nur in unserer Einbildung existierte und die ich als erster
durchbrechen
würde, um eine Flut von Licht auf unsere dunkle Welt zu lenken.
Eine
neue Rasse würde mich als ihren Schöpfer und Urheber
preisen…(Doktor
Frankenstein) |
|